Nur, wo du zu Fuß warst, warst du wirklich!
  • Fahrt entlang des Flusses im breiten Stardalen

  • Die Mautstrasse bringt einen ganz nah zum Gletscher hin

  • Man kann den Gletscher fast schon sehen vom Parkplatz aus

Der Haugabreen bei Skei

Eine relativ einsame Wanderung, da die Mautstrasse hinauf zu Ausgangspunkt doch recht anspruchvoll ist. Aus der bequemen Talwanderung wird zuletzt für etwa 200 Höhenmeter ein sehr steiler Anstieg - doch dann steht man am Fuß des Gletschers, der sichtlich an Masse verliert. Wer es sich zutraut, kann den flachen unteren Teil des Gletschers ohne Schneebrücken begehen. 
Etwa 5 km Wegstrecke, ca. 250 Höhenmeter (GPX-Datei)

Der Tag beginnt mit Regen unter dem Böyabreen. Er ist langanhaltend und intensiv. Also erst einmal in Ruhe Frühstücken und dann nach Skei fahren zum Einkaufen. Es geht durch den sechs Kilometer langen Fjärlandstunnel, direkt unter dem Mara-Gletscher hindurch.

Entlang des Kjösnesfjord (ein See) fährt es sich flott bis zu der kleinen Ortschaft Skei mit Tankstelle, Supermärkten und einigen anderen Geschäften. Da sich das Wetter gebessert hat, geht es 4 km nach Skei rechts ab ins Stardalen. Der Hoyabreen ist relativ einfach zu erreichen. Doch zunächst windet sich die 12 km lange, schmale Strasse durch das flache, offene Tal, bis links die alterschwache Zufahrt abbiegt. Es ist eine Mautstrasse (50 NOK, 5 Euro), die einen aber über 250 m Aufstieg erspart. Allzu groß sollte der Wagen allerdings nicht sein, die Kurven sind echt eng.

Oben gibt es eine kleine Hütte und einen kleinen Parkplatz für etwa 10 Autos.

Zunächst leitet der Weg in einen niedrigen Birkenwald, der sich bald lichtet. Der schmale Pfad quert immer wieder Bäche, die bei ordentlich Wasser auf Trittsteinen überwunden werden müssen. Verhältnesmäßig eben geht es nun anderthalb Kilometer hinein in das weite Trogtal. Links vor einem sieht man bereits den Gletscher. 

An einer Brücke über den Abfluss des Gletschers (hier kann man über einen Sattel ins Nachbartal zum Briksdalbreen wechseln) geht es recht unscheinbar nach links auf den Gletscher zu. Über eine glattgeschliffene Felsstufe rauscht gewaltig das Wasser herunter und die Gischt steigt einige Meter auf.

Der Zustieg ist felsenreich. Steil geht es im Geröll des ehemaligen Gletschergebietes bergauf. Zuletzt könnte man fast auf allen Vieren laufen, so steil leitet der Pfad hinauf bis zu einer Brücke über den rauschenden Bach.

Nun heisst es, einige der glattgeschiffenen Felsklippen zu überqueren, die vor Hundert Jahren noch unter Eis lagen. Dann ist es nicht mehr so weit und man erreicht schließlich einen schönen Ausblickpunkt auf den Gletscherarm, der von der Snönipa herabkommt. Das Blau des Eises in den tiefen Spalten ist beeindruckend. Bis hinab zum Gletschertor des Haugabreens durchfurchen diese Risse im Eis die Gletscherzunge.

Doch es gibt auch flache, spaltenfreie Bereiche und so kann man noch gut 150-200 Höhenmeter aufsteigen - abhängig davon, wie man ausgerüstet ist und vor allem, ob alle tückischen Schneebrücken bereits verschwunden sind.

Der Blick hinab auf den Gletschersee und das darunter liegende Tal ist beeindruckend. Leider war am Wandertag das Wetter sehr schlecht, so dass die Gipfel der Berge immer in Wolken waren. Ein guter Blick ist auch von der anderen Seite des Flusses zu finden, nämlich von dem Weiterweg zum Briksdalbreen. Von hier oben hat man einen sehr guten Überblick über den Gletscherarm.

Der Rückweg erfolgt über den Aufstiegsweg, wobei man direkt nach der Brücke am besten dem Bach bergab folgt bis zu einer roten Wegmarkierung, die einen zurück auf den Aufstiegsweg führt (siehe GPX). Das Gelände im steilen Geröllhang ist etwas unübersichtlich und man hält sich besser an die Markierungen.

Die zweieinhalb Kilometer Hin- und Rückweg können unterteilt werden in anderthalb Kilometer Talwanderung und einen Kilometer ziemlich steilen Anstieg, allerdings nicht allzu hoch (ca. 200 m).

Was man wirklich kaum mit Bildern oder im Film festhalten kann sind die beeindruckenden Dimensionen norwegischer Täler. Tief und steil haben sich die Gletscher in dass harte Urgestein gefräst. Heute haben die Täler meist ebene Talböden, während die glattgeschliffenen Wände steil bis zu 1000 m in den Himmel ragen (oder in die Wolken, je nach Wetter). Und überall rauschen weiße Wasserfäden diese steilen Wände herab, bilden blau-grüne Flüsse, die mit Getose und mit mächtigem Gefälle dem Meer zustreben.