Küstenwanderung Ramsvikslandet bei Hunnebostrand
Der Morgen auf dem einsamen Nachtplatz inmitten des Waldes beginnt sonnig. Schnell geht es wieder auf die Autobahn Richtung Süden, doch schon nach etwa 20 Kilometern biegt der Weg ab zum heutigen Wanderziel.
Zwischen Granit und Küstenwald
Noch 30 Kilometer schlängelt sich die Straße durch die schwedische Küstenlandschaft, bis schließlich die Halbinsel Ramsvikslandet erreicht ist. Schon bei der Ankunft wird klar, warum das Naturreservat knapp nördlich von Hunnebostrand auch als „das Reich des Granits" bekannt ist: Eine schier endlos wirkende, vom Meer umspülte Felslandschaft eröffnet sich vor einem. Die gewaltigen Eismassen der letzten Eiszeit haben den rosafarbenen Bohus-Granit spiegelglatt geschliffen und weitläufige, abgerundete Felsrücken, mächtige Schluchten und tiefe Klüfte geformt.
Wanderung im Naturreservat Ramsviklandet
- Ausgangspunkte: Parkplätze in und um Tångevik
- Höhe & Distanz: Rundwege von 2 – 10 km, 50-200 Höhenmeter
Im winzigen Ort stehen gleich mehrere große Parkplätze bereit. Die Wanderung -- beziehungsweise die zahlreichen Rundwege -- beginnt am Ende der Straße auf dem Hauptparkplatz. Wie schon an den Tagen zuvor sind Runden von 2 Kilometern bis hin zu über 10 Kilometern möglich.
Zunächst führt der Weg durch ein kurzes Waldstück, bis wieder die typische, weitläufige Felslandschaft auftaucht. Der Fels ist griffig, die Sonne strahlt und der Himmel zeigt sich in tiefem Blau -- passend zur blauen Markierung des heute geplanten Rundwegs. Doch schon bald weckt die faszinierende Küstenlandschaft den Jagdinstinkt des Fotografen: Aus dem einfachen Verfolgen der Pfostenreihe wird ein staunendes Hin und Her. Zwar herrscht heute keinerlei Brandung auf dem offenen Skagerrak, aber der rötliche Bohus-Granit mit seinen spektakulären Formen reicht völlig aus, um einen in den Bann zu ziehen.
Der Wanderweg erweist sich als ungemein abwechslungsreich. Einmal führen drei Stahltreppen hinab in eine schmale Felsbucht, dann steigt der Pfad in einer engen Felsspalte an, in der sich im Windschatten der Steinwände eine kleine Waldgemeinschaft gebildet hat. Weiter oben übernimmt wieder der Wind die Regie: Kein Busch wagt es hier, über die Felsritzen hinausragend sein Dasein zu fristen. Einzig das Heidekraut hält sich in Massen an den Übergängen der Felsstufen -- hier finden die Wurzeln Halt in den Spalten und können das kostbare Wasser speichern.
Bald ist ein weiteres Plateau erreicht und die Neugierde ist geweckt, ob man einen als „Grotta" bezeichneten Punkt auf der Karte erreichen könnte. Das ist allerdings überraschenderweise deutlich schwieriger als erwartet, denn in der scheinbar gut zu gehenden Landschaft tun sich bisweilen tiefe Brüche auf, die mit ihren senkrechten Wänden trotz der enorm guten Reibung unüberwindlich sind. So wird die Suche nach dem Eingang des Stollens richtig mühsam -- aber mit etwas Glück ist die ehemalig militärische Anlage erreicht. Auch der Rückweg gestaltet sich schwierig, obwohl immer wieder einmal alte Wegstücke auftauchen. Nach 7 km und 200 Höhenmeter ginge es dann zuletzt bequem durch den Wald wieder zurück.
Zurück zur Autobahn brauchte es dann wieder über eine halbe Stunde durch die schwedische Landschaft. Doch dann konnte es rollen -- was ein entspanntes Fahren bei 110 km/h. Am nächsten Parkplatz (Müll loswerden) durch Zufall auf den Ausgangspunkt für Rundwanderungen zu den Helleristlingern (Felsritzungen) getroffen. Die aufwändige Aussichtskonstruktion bietet allerdings kaum Sehenswertes, aber die Rundwanderwege sind für die nächste Anreise schon mal vorgemerkt.