Wanderung zu den Gletschertöpfen am Brufjell

Wegstrecke: 4-7 km, je nach Tourenwahl
Höhenmeter: 200 -400 m
Wegbeschaffenheit: Durchweg immer wieder anspruchsvolle Stellen, auf denen es über abgerutschte Felsen steil bergauf oder bergab geht. Der Weg geht 2026 noch weitgehend ungeordnet durch die Steilflanken des Brufjell. Abstieg zu den Gletschermühlen über Stahlklammern in der Wand und entlang schlabbrig durchhängender Stahlseile. Knifflig, aber nicht wirklich gefährlich. Im Abstieg und an den Gletschermühlen Vorsicht bei nassem Wetter: Rutschgefahr!

Nur 17 km von Flekkefjord entfernt liegt der Ort Roligheten am Ana Sira Fjord. Am Ortseingang gibt es einen Parkplatz, der noch vor 12 Uhr schnell voll ist. Weiter reinfahren in den Ort lohnt nicht: es gibt keinen Parkplatz mehr dort in dem langgestreckten Ort. So muss jeder, der hier wandern möchte, zunächst einmal einen Kilometer durch den schönen Ort am Meeresrand gehen.

Fast am Ende weist ein Schild die Touristen darauf hin: Hier geht es hoch ins Brufjell. Und dann geht es nach einem Tiergatter wirklich steil bergauf. Schilder beschreiben die Rundwanderwege und die Gefahren beim Abstieg zu den Gletschermühlen -- von einem Klettersteig erzählen sie nicht. Der kommt aber!

Doch zunächst geht es im niedrigen Birkenwald steil und rutschig bergauf. Der Brufjell (193 mH) ist das nächste Ziel, der höchste Gipfel der näheren Umgebung. So steil steigend ist bald die nicht mehr bewaldete „Hochfläche" erreicht. Kurz nach dem Gipfel erreicht man den Abstieg zu den Brufjellhalene, den Gletschertöpfen am Meeresrand.

Die außergewöhnlichen Brufjell-Gletschertöpfe (Brufjellhålene) entstanden während der letzten Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren. Damals lag der Meeresspiegel deutlich höher als heute, sodass die mächtigen Wellen des Ozeans zusammen mit Eis, Steinen und Kies direkt auf die Steilwand prallten. In natürlichen Hohlräumen und Rissen des harten Granits wurden Mahlsteine durch die ständige Brandung und die Schmelzwasserströme in rotierende Bewegungen versetzt. Über Jahrtausende hinweg frästen diese rotierenden Sedimente tiefe, kreisrunde Höhlen und imposante Aushöhlungen waagerecht in die Felswand. Als sich das Land nach dem Abschmelzen der Eismassen anhob, gelangten diese eiszeitlichen Gletschermühlen schließlich in ihre heutige spektakuläre Lage etwa 10 bis 15 Meter oberhalb des aktuellen Meeresspiegels.

Der Abstieg beginnt schon etwas knifflig, aber nach einer sanfteren Strecke durch ein kleines Moor auf einer Felsstufe geht es richtig zur Sache. Es gibt labbrig gespannte Stahlseile und zahlreiche Stahlklammern, die sehr gut im Fels verklebt sind. Sie überwinden die schwierigsten Stellen, die ohne sie knackig wären. Doch auch so bleibt der Abstieg eine anspruchsvolle Aufgabe, die Schwindelfreiheit und gutes Schuhwerk erfordert. An feuchten Tagen wird es besonders im Felssturz-Gebiet am unteren Ende rutschig. Doch dann, unter einer mächtig aufragenden, glattgeschliffenen Granitwand erreicht man einen Absatz, etwa 15 Meter über dem Meer. Der Boden ist übersäht mit Abflußrinnen und kleinen Tümpeln. Hier haben rohe Kräfte den Granit bearbeitet. Besonders schön sind jedoch vor allem die vier Halbhöhlen, von denen eine Instagram-Bekanntheit erlangt hat. Von innen nach aussen fotografierend sieht eine Person am Ausgang wie ein Scherenschnitt aus.

Der Rückstieg wieder hinauf ist leichter, auch wenn es wieder über die Stahlklammern und entlang des Seils geht. Der Weiterweg Richtung Sandviga hält noch einige Überraschungen bereit. Es geht immer wieder steig bergauf (eine Holztreppe hilft) und bergab (hier hilft nur gut festhalten und nicht abrutschen. So dauert die Umrundung des Berges länger als erwartet. Doch dann geht es zügig bergab. Zwei kleine, aufgestaute Seechen mit (passende Jahreszeit vorausgesetzt) Seerosen begleiten einen kurz, dann geht es alsbald wieder hinab ins Dorf. Nun noch der Kilometer durch das friedlich daliegende Dorf und zurück ist man.