Der Kleine Predigtstuhl - senkrechte Wand über dem Mofjord
Schon die Anfahrt zum Ausgangspunkt verspricht spektakuläre Landschaftseindrücke: Von der E16 abbiegend schlängelt sich die schmale Straße 569 entlang des Bolstadfjords und Eidsfjords bis zum Mofjord. Direkt an die steil aufragenden Felswände gebaut, folgt der Weg jeder Krümmung des Fjords. Die Fahrt erfordert volle Aufmerksamkeit und Geduld, belohnt jedoch mit Einsamkeit und eindrucksvollen Panoramen. Etwa drei Kilometer hinter der kleinen Ortschaft Mo befindet sich der Startpunkt der Tour an einem kleinen Parkplatz.
Senkrechte Wände am „Kleinen Predigtstuhl“
Wanderwegprofil: Slottet am Mofjord („Kleiner Preikestolen")
- Start- & Zielpunkt: Parkplatz an der Straße 569 (ca. 3 km nordöstlich von Mo)
- Anfahrt: Von der E16 über die Straße 569 entlang des Bolstad-, Eids- und Mofjords
- Charakter: Moderate Halbtagestour auf markiertem Wald- und Felspfad
- Streckenlänge: ca. 3,0 km (Hin- und Rückweg)
- Höhenmeter: ca. 200 hm (im Auf- und Abstieg)
- Dauer: ca. 1,5 bis 2 Stunden
- Anforderung & Terrain: Felsig, wurzelig und nach Regen phasenweise sehr nass; Trittsicherheit an Bachquerungen und im Felsfeld erforderlich
Ziel dieser moderaten Wanderung ist das Slottet -- eine markante Felswand, die wie ein gewaltiger, monolithischer Block aus den dicht bewaldeten Hängen des Fjords aufragt und im Volksmund auch als „Kleiner Preikestolen" bezeichnet wird. Vom Parkplatz aus weist ein Wanderschild mit der Aufschrift „Slottet" direkt in den Hang hinein. Der Aufstieg führt durch lichten Kiefernwald über den typisch norwegischen Untergrund aus Wurzeln, Steinen und Fels.
Besonders nach ergiebigen Regenfällen wie vergangene Nacht zeigt die Natur hier ihre wilde Seite: Überall an den umliegenden Steilwänden stürzen temporäre Wasserfälle schäumend ins Tal. Der Pfad ist an feuchten Stellen stellenweise mit Holzbohlen ausgelegt, fordert jedoch an manchen Bachlauf-Überquerungen etwas Vorausschau und Trittsicherheit, um eine geeignete Furt zu finden. Manchmal ist auch Bachlauf und Weg eins.
Kurz vor dem Ziel senkt sich der Weg kurz ab und quert ein grobes Blockmeer aus Felsbrocken, bevor ein letzter Aufschwung direkt auf das bewaldete Felsplateau führt.
Oben angekommen offenbart sich selbst an trüben Tagen ein gewaltiger Ausblick weit über den Fjord und die umliegende Gebirgswelt. Die Route lässt sich bei trockenen Verhältnissen als kleine Rundtour über das Plateau fortsetzen; bei hohem Wasserstand empfiehlt sich jedoch der Abstieg auf dem regulären Hinweg, um durchfeuchtete Moorpassagen zu vermeiden.
Der Hesjedalsfossen ist auch bei der zweiten Passage auf der Zufahrtsstrasse enorm beeindruckend. Direkt neben dem Tunnelausgang stürzen heute gewaltige, braun gefärbte Wassermassen die Felsen herab, ergeben eine enorme Gischt (mit Sonne sogar mit Regenbogen) und wälzen sich schließlich unter der Strasse hindurch ins Meer. Doch selbst kleine Bäche am kurvigen Strassenrand sind heute beeindruckend angeschwollen.