Nur, wo du zu Fuß warst, warst du wirklich! (ab 2020)
  • Wettereskapaden auf dem Weg nach Reine

  • Kurz vor Reine auf einer der Inseln

  • Von Insel zu Insel nach Reine

  • Links hinte der Reinebriggen

  • Die faszinierende Strasse über die Felsinseln nach Reine

  • Am Parkplatz hinauf zum Reinebriggen

  • 1566 Steinstufen führen hinauf

  • Blick vom Gipfel hinüber in den Kirkefjord

  • Die E10 aus Norden

  • Blick wie aus einem Flugzeug euf Reine

  • Blick senkrecht hinunter zum Parkplatz

  • Zauberhafte Waterkante von reine

  • Weiterfahrt nach Moskenes

  • Der Aufstiegsweg

  • Es regnet schon im Aufstieg

  • Steilstelle am Aufstieg

  • Die Fähre vom Festland kommt herein

  • Der Trinkwassersee im Hinterland von Moskenesöya

  • Der weitere Aufstieg zum Gipfel durch ein rutschiges, steiles Kar

  • Eine sehr steile Schlüsselstelle mit Seil

  • Der Gratweg

  • Blick vom Gipfel auf Moskenes und die Lofotwand dahinter

  • Der letzte Ort der Lofoten: Å 

  • Diese Fähre geht hinüber nach Bodö

Der Reinebriggen und eine abgebrochene Besteigung des Tindstinden (490 m) bei Moskenes

Es ist ein strahlend schöner Morgen und die Zwischenstopps entlang der Fahrtstrecke nach Moskenes bringen tolle Fotos. Vor allem natürlich in Reine, dem vermutlich wirklich schönsten Ort der Lofoten - wenn auch die Masse an Touristen diesen Eindruck schmälert. 

Die Besteigung des Reinebriggen ist seit dem Bau der Steintreppe deutlich leichter möglich wie früher über den beängstigend steilen Gras- und Felsweg. Leider hat das auch zur Folge, dass noch mehr Menschen diesen wahrlich beeindruckenden Ausblick genießen wollen und können. 1566 Stufen bringen einen zügig die 440 Meter hinauf. In einem alten Rother Wanderführer stand einmal zu der Aussicht, die man oben am Gipfel des Reinebriggen hat: „Ein Blick wie aus einem Flugzeug“. Und das stimmt auch, denn nach Reine bricht der Berg senkrecht ab und gibt einem das Gefühl, wie aus einem Flugzeug auf die umgebende Berg- und Meereslandschaft zu schauen. 
Der kleine Parkplatz noch vor der Ortseinfahrt nach Reine ist daher in der Hauptsaison morgens auch sehr schnell voll. Von dort geht es über die alte Strasse am Tunnel vorbei zum Einstiegspunkt. 

Hat man den Wald hinter sich gelassen und ist noch etwas weiter aufgestiegen, wird der Blick zurück und hinunter in den Abgrund immer beeindruckender. Verständlich, dass die Gemeinde von Reine nach einigen sogar tödlichen Unfällen diese Strecke entschärfen musste, wollte man den Berg nicht dauerhaft sperren. 

Die Aussicht vom Aussichtspunkt aus ist die Anstrengung des schnellen, steilen Aufstiegs auf jeden Fall wert – schwindelfrei sollte man trotz der nun bequemen Steintreppe dennoch sein.

Leider zieht sich der Himmel wenige Kilometer weiter bei Moskenes immer mehr zu und es wird grau. Dennoch, der Berg Tinstinden direkt über dem Ort A und Moskenes lockt. Der Ausgangspunkt liegt am Ende der Straße Storhaugen. 

Der (gebührenpflichtige) Parkplatz bietet nicht vielen Fahrzeugen Platz und liegt auch am Ausgangspunkt für eine Wanderung zur Hütte Munkebu im Hochland.  

Entlang der Wasserleitung, die aus dem See Stuvdalsvatnet das Trinkwasser für Moskenes leitet, geht es bergauf auf schmalem Pfad. Ein durchaus beeindruckend großer Wasserstrom, der rauschend über Felsstufen seinen kurzen Weg zu Meer nimmt, begleitet einen dabei.  

Am Auslauf des Sees geht es über Felsen und die Plastikrohre hinüber auf die andere Seite des Flusses. Von nun an wird es bei dem verregneten Wetter der letzten Tage eine rechte Schlammschlacht. Steil muß eine erste Felsstufe überwunden werden. Zahllose Pfade haben sich im Hang um die kniffligen Stellen herum gebildet. Beim Überwinden von zwei besonders steilen Felsstufen helfen zwei etwa 5 m lange Seilstücke, an denen man sich hinauf hangelt. 

Doch dann wird der Weg sanfter, man kann bequem über rundgeschliffene Granitfelsen laufen. Kleine Seen und Tümpel leiten hinüber zu dem Kar, in dem der Weg wieder steiler hinaufführt. Zuletzt wieder ausgesetzt im steilen Gelände erreicht man einen kleinen Pass. Ab hier hat man bereits einen herrlichen Blick in das Nachbartal und den Agvatnet mit zwei über 800 m hohen Bergriesen darum. 

Nun wird es spannend, denn auf dem schmalen Grat geht es kettengesichert eine Felsstufe hinauf und dann ziemlich spannend einige zehn Meter mit nicht als freier Luft rechts und links des zwei Fuß breiten Pfades. Dann ist der Gipfelaufbau erreicht und die Rundumschau beginnt. Unter einem liegt Moskenes, Sörvagen und der südlichste Ort der Lofoten: A. 

Das Wetter ist an diesem Nachmittag leider so schlecht geworden, dass die wenigen Wanderer, die es überhaupt auf sich genommen haben, dort hoch gehen zu wollen, es irgendwo unterhalb des Grates aufgegeben. Dauerregen und die sich damit ergebende Gefahr eines Sturzes ist in dem ungesicherten Steilgelände auch für jüngere Wanderer zu groß. 

Der Rückweg zeigte dann, dass es einen besseren Anstieg gibt wie den „Erstbesten“: deutlich weiter rechts Richtung Stuvdalsvatnet verläuft eine weniger begangene Spur, die alle schweren Stellen umgeht. Allerdings ist der Einstieg von unten her schwer zu finden. 

Zurück kann man dann also über mehrere Aussichtspunkte zum Aufstiegsweg nach Munkebu wandern. Von hier aus sind es noch zehn Minuten wieder zurück nach Sörvagen. Dazwischen hat man noch einen schönen Blick auf den enormen Wasserfall - vermutlich einer der wasserreichsten der Lofoten. 

Die Wanderung ist bei schönem Wetter absolut lohnend, erfordert aber Trittsicherheit und etwas Mut. Die 490 Meter Anstieg sind in zwei Stunden gut zu machen. 

GPX-Datei zur Tour auf den Tindstinden
(erst "speichern unter" und dann in passendem Programm öffnen)