Hirschfelsen – Le Tanet – Lac Vert

Startpunkt für diese tolle Wanderung ist wohl besser der Col de la Schlucht (über Kruppenfels). Denn der Wanderweg von der ersten Spitzkehre unterhalb ist doch arg zugewachsen und schwer zu finden. Dennoch, mit Karte ist der schmale Pfad noch gut zu finden. Nach einem moorigen Gebiet geht es stetig bergauf. Immer wieder ist die schmale Schneise fast zugewuchert, aber schließlich erreicht man eine heraufkommende Forststrasse. Ihr folgt man weiter bergauf, bis man schließlich auf den von Col de La Schlucht herunterkommenden Weg trifft. Mit ihm geht es auf einem schmalen, schönen Wanderpfad durch die Steilwand mit ihren urigen Baumgestalten.

Durch die senkrechten Fluchten der Hirschsteine leitet der luftige Weg entlang eines festen Handlaufs – auf der Felsseite. Eine Leiter hilft eine erste Steilstufe nach unten überwinden. Dann endet der spannende, aber recht kurze Abschnitt und man denkt: jetzt ist Schluß. Aber um die nächste Felsnase herum wird es noch einmal richtig spannend. In einer steilen Felsnische steigt eine gut rund 20 m hohe Leiter hinauf zu einem Aussichtspunkt (etwas tiefer gelegen mit Bank).

Durch einen Wald voller übermooster Felsen und knorrigen Bäumen leitet der Pfad nun weiter, mal etwas abfallend, um ein Geröllfeld zu queren, dann wieder ansteigend. Schließlich, an einer Weggabelung führt der Pfad in steilen Serpentinen durch den Hangwald hinauf zur Kammlinie (Baerenbach).

Nun geht es entlang der Kammlinie der Hochvogesen. Überall sind Heidefelder und dazwischen vereinzelt Kiefern und Gruppen von Tannen. In geschützteren Lagen bilden Laubbäume einen schattigen Tunnel.

Am Wurzenstein lohnt der kurze Abstieg zu dem markanten, vorgelagerten Fels, wenn man eine Extraportion Aussicht möchte. Über die nächste Kuppe mit einigen Felsen geht es wieder leicht hinab. Offen mit Hochweide rechts und links läuft man auf die felsige, kleine Kuppe des Le Tanet (1294m) zu. Ausser dem schnurgeraden Weg stört nichts rechts und links die Natur. Am Tant bricht der Fels wie zuvor schon nahezu senkrecht ab – Reste eiszeitlicher Gletscherschliffe und Karseen.

Recht steil geht es weiter, nun wieder hinunter. Vorbei an einem Hochmoor-Becken kann man rechts nochmal zu einem kleinen Aussichtspunkt gehen, von dem aus man auf den Tanet-Gripfel mit seiner Felswand schauen kann.

Danach folgt wunderschöner Laubwald, bis nach einer Kuppe rechts steil ein Weglein abzweigt. In kurzen Serpentinen verliert es schnell an Höhe, dann geht es moderater weiter. Leider gibt es nirgends auf dem Weg einen nennenswerten Blick auf den Lac Vert – ein Abstieg direkt vom Le Tanet wäre ausreichend gewesen.

So aber erreicht man schließlich die Zufahrtstrasse zur Auberge Seestaettle. Der Wanderpfad bleibt allerdings oberhalb der Strasse und steigt vor der Auberge rechts entlang eines kleinen Bächleins bergan. Oberhalb der Auberge Schupferen mit ihren Wiesen um das Hauptgebäude erreicht man den höchsten Punkt des Rückwegs. Nun geht es nur noch bergab. Der bequeme, breite Weg leitet am schön gelegenen Moor Missheimle vorbei und schließlich, nach einer Wegekreuzung, über einen schmalen und teilweise steilen Pfad wieder hinab zur Spitzkehre und dem Ausgangspunkt der Wanderung.