Etang du Devin und alte deutsche Bunker am Tete de Faux (1208m)
Diese kleine Wanderrunde führt am bezaubernden See des Wahrsagers vorbei hinauf zu zahlreichen alten Bunkerstellungen im Wald und schließlich bis hinauf zum Gipfel des Tete de Faux. Eine geschichtsträchtige Wanderung, die an die Kriegswirren des 1. Weltkriegs erinnert.
Nach einer ersten großen Hitzewelle in Deutschland geht eine Woche mit wolkenlos blauem Himmel zu Ende. Pünktlich zum Urlaubsbeginn wird das Wetter unbeständiger. Aber nach einer problemlosen Anfahrt über Frankreichs leere Autobahnen und abenteuerlicher Durchquerung der Altstadt von Riebauville beginnt die Wanderung. Am Ende einer steilen und abenteuerlich schmalen Strasse starten wir am Refuge de l’Etang du Devin.
Kurz geht es im schönen Wald bergab, dann erreicht man eine alte Befestigung aus dem ersten Weltkrieg und den sehr schönen Etang du Devin. Fast vollständig mit Wasserpflanzen bedeckt erkennt man kaum, dass es sich wirklich um einen See handelt. Ein großer Fisch, der durch die wenigen offenen Wasserflächen patrouilliert, beweist das Gegenteil.
Danach führt einen der schmale Wanderpfad bergauf. Ein schöner, uriger Wald mit viel Moos und sogar Baumbärten lässt einen vergessen, dass man nur drei Kilometer entfernt ist vom großen Skicirkus am Lac Blanc (Col Du Calvaire). Hier ist es bedeutend einsamer und nur wenige Wanderer kommen vorbei. Nachdem der meiste Teil des Aufstiegs erledigt ist, kommt man an den ersten Bunker. Denn hier verlief eine Verteidigungslinie der Deutschen Soldaten im ersten Weltkrieg. Heute überwuchert und teilweise eingestürzt waren es einst enge Verteidigungsstellungen beim Angriffskrieg Deutschlands auf Frankreich.
Nun wird es steiler. Der letzte Anstieg hinauf zum Tete de Faux (1208m) verlangt nochmals Durchhaltevermögen. Entlang einer ganze Linie von Verteidigungsanlagen im Wald (unter anderem der Sattel-Stützpunkt „Feste Eisen-Schmid“) ist man schließlich nach wenigen Hundert Metern oben auf dem Bergplateau. Eine weitere Festung, die in Trümmern liegt, markiert einen leidlichen Aussichtspunkt, von dem aus man das erste Mal einen kleinen Ausschnitt der Rheinebene sieht. Auch der Weiterweg entlang alter Stacheldraht-Barrieren bleibt weitgehend Aussichts-los.
An einer Trümmerwüste hat man einen ein Gipfelkreuz errichtet. Von hier aus geht es nur noch bergab. Nach dem ersten ziemlich steilen Stück wird der Weiterweg richtig bequem. Die Forststrasse wird wohl sehr selten verwendet, jedoch frei gehalten von Gestrüpp. Dadurch geht man über einen grünen Teppich – ungewöhnlich und sehr angenehm. Auch der Wald hat seine schönen Seiten hier.
So verliert man zunehmend an Höhe. Zuletzt einmal steil bergab, dann ist man 10 Minuten später wieder am Refuge „Am Teich des Wahrsagers“.
Die kleine, aber schöne Runde ist 5,5 km lang bei etwa 350 Hm Anstieg