Rundwanderung: Von der Auberge Gazon du Faing zum Lac Blanc

Diese abwechslungsreiche Rundwanderung im Herzen des Naturparks Ballons des Vosges führt von der berühmten Route des Crêtes zunächst knapp 170 Höhenmeter bergab, größtenteils über eine gepflegte Forststraße. Zurück auf der Höhe folgt man dem spektakulären Aussichtsweg hoch über dem Lac Blanc, bevor es durch die faszinierenden Hochwiesen des Gazon du Faing wieder zurückgeht.

Abstieg in die Stille des Waldes

Die Wanderung startet am Parkplatz an der Auberge Gazon du Faing. Der Pfad bleibt zunächst dicht an der Straße und führt hinein in eine moorige Wiese, die bereits Teil des streng geschützten Naturschutzgebietes „Gazon du Faing“ ist. Zwei längere Holzbohlenwege helfen trocken über die morastigen Stellen, bevor der Weg in den Wald eintaucht.

Auf einem schmalen Pfad geht es nun spürbar bergab. Im kurzen Zickzack erreicht man schließlich rund 60 Meter tiefer eine breite, bestens instand gehaltene Forststraße. Der Weg verläuft eine ganze Weile eben, bevor es an einem Bacheinschnitt nochmals gut 100 Höhenmeter bergab geht.

Der Kontrast auf dem Kamm

Am tiefsten Punkt wechselt die Route wieder auf einen schmalen Wanderpfad und führt bergauf. Nach etwa einer Viertelstunde durch dichten Nadel- und Laubwald erreicht man erneut die Route des Crêtes. Hier bricht die Zivilisation herein: Unfassbar laut und langanhaltend schallt der Lärm der Motorräder herüber, die über die Kammstraße rasen. Angesichts dieser Geräuschkulisse wirken die Schilder der Forstbehörde, die das Betreten des Geländes zum Schutz der Wildruhezonen beschränken, fast wie ein Hohn.

Doch die Natur versöhnt schnell. Flacher werdend führt der Weg nun schnurgerade über die weite, fast baumlose Fläche der Hochweide zum Kamm. Es ist der Übergang in die typischen Hautes Chaumes (Hochwiesen), die für die Hochvogesen so charakteristisch sind. Links erstreckt sich der Wald, rechts die von nur wenigen Bäumen bestandene Hochmoor-Wiese mit ihrem borstigen Gras und Heidekraut. Diese offenen Landschaften entstanden einst durch jahrhundertelange Weidewirtschaft und beheimaten heute eine einzigartige, subalpine Flora und Fauna, die unter dem besonderen Schutz des Naturparks steht.

Panoramaweg über dem Lac Blanc

Am Treffpunkt mit dem Kammweg weist ein Schild auf den Sentier panoramique du Lac Blanc hin – und das Versprechen wird gehalten. Immer an der Kante der steil abfallenden Felswand entlang gibt der schmale Pfad immer wieder spektakuläre Tiefblicke auf den tiefblauen See frei. Bei klarer Sicht reicht das Panorama weit über die Rheinebene hinweg bis zum Schwarzwald und zu den fernen Alpen. Am gegenüberliegenden Ufer ragen steile Felsen aus dem Wasser; dort verläuft der anspruchsvolle Rundweg um den See, der steil und felsig am markanten Rocher Hans vorbeiführt.

Nach etwa einem Kilometer erreicht man an einem Taleinschnitt die Quelle am Lac Blanc. Nach ausgiebigen Regenfällen sprudelt das Wasser munter aus einem rostigen Rohr. Etwas oberhalb lädt eine Bank mit herrlicher Aussicht zur Rast ein.

Durch das Herz der Hochwiesen zurück

Zurück auf dem hier flacheren Kamm folgt man den sich verzweigenden und wieder zusammenlaufenden Pfaden entlang der Absperrung zum Schutzgebiet des Gazon du Faing. Einzelne Bäume und kleine Baumgruppen durchbrechen die immense Weite der Hochwiese, die nach Osten hin durch einen dichten Riegel aus robusten Krüppelkiefern begrenzt wird. Dieses sensible Ökosystem des Naturparks erinnert fast an eine skandinavische Tundra.

Mit Blick auf das Soultzeren Eck (1302 m) und den Taubenklangfelsen zweigt der Rückweg in einer Senke nach Westen ab. Ein alter Torfstich ist hier über eine hölzerne Aussichtsplattform zugänglich gemacht und erlaubt einen sicheren Blick in den moorigen Untergrund. Kurz darauf kommt auch schon die Route des Crêtes und die Auberge in Sicht, wo sich die Rundwanderung schließt.

  • Länge: 11 km

  • Höhenmeter: 270 hm

  • Charakter: Abwechslungsreiche Rundtour mit steilen Waldpassagen, grandiosen Felskanten-Panoramen und weiten Hochmoor-Landschaften im Naturpark Ballons des Vosges.