Rundwanderung Ruine Weißenstein, Sattelmoor und Hackelstein

  • Strecke: ca. 11 km
  • Höhenmeter: ca. 270 hm
  • Charakter: Abwechslungsreiche, mittelschwere Rundwanderung durch farbenprächtige Mischwälder über moderate Steigungen mit historischen und geologischen Höhepunkten.
  • Start und Ziel: Wanderparkplatz an der ST2121 zwischen Friedenfels und Poppenreuth (nahe dem Sattel zwischen Platte und Plößberg, ca. 760 m Höhe)

Nach einer reichlich verregneten Nacht beginnt der Tag grau und trüb. Die Anfahrt zum nächsten Ausgangspunkt führt bereits durch eine malerische, herbstliche Landschaft mit zauberhaften Baumreihen aus bunten Birken, Weiden und Buchen, durchsetzt von leuchtend gelben Lärchen und idyllischen, kurzgemähten, grünen Wiesen. 

Von der historischen Ruine Weißenstein mit ihrer eindrucksvollen, 800-jährigen Burggeschichte über das geheimnisvolle Sattelmoor zum majestätischen Hackelstein: Diese überaus abwechslungsreiche, rund 11 Kilometer lange Tour führt durch eine wunderbar farbenprächtige Herbstlandschaft des Fichtelgebirges und Oberpfälzer Waldes – ein schöner Rundwanderweg mit moderaten 270 Höhenmetern!

Zwischen Friedenfels und Poppenreuth steigt die ST2121 bis auf 760 Meter Höhe hinauf. Fast am Sattel zwischen Platte und Plößberg liegt der kleine, ruhige Wanderparkplatz, von dem aus man zunächst Richtung Süden bergab geht. Doch schon bald beginnt der stete Anstieg, der kurz vor der Burgruine Weißenstein spürbar steiler wird. Etwa einen Kilometer nach dem Start und kurz nach dem markanten, steinernen Durchbruchfenster „Kiebitzfels“ steht man neben der auf 864 Metern Höhe gelegenen, imposanten Burganlage und staunt über die meisterhafte Ausnutzung der natürlichen Granitfelsen als Bestandteil der Befestigungen. In der über 800-jährigen Geschichte wurde die Burg mehrmals umgestaltet und angebaut, doch die wie geschichtet wirkenden Felsen gaben stets die beeindruckende Grundform vor. Der ehemals noch höhere Bergfried ist einer der ältesten Bestandteile der Burgruine und ist über eine recht steile, luftige Treppe besteigbar – allerdings ist seit Dezember 2025 der Zugang offiziell untersagt. Die über den Himmel jagenden Wolken geben gelegentlich für Momente die Sonne frei. Dann leuchtet der helle Fels noch traumhafter, zu dessen Füßen die sinnliche Bronzefigur „Mutter Erde“ steht.

Von hier aus senkt sich der Weg langsam bergab – erst ein kurzes Stück über einen schmalen Pfad, dann befindet man sich wieder auf einer breiten, bequemen Forststraße. Auf ihr gelangt man nach einem weiteren Kilometer zum stillen Sattelmoor (das als solches nicht direkt zu erkennen ist). Kurz darauf erreicht man den lichten Waldrand und genießt einen reizenden Ausblick. Der nahe Hohenharder Parkplatz ist gebührenpflichtig; direkt daneben findet man, im Dickicht versteckt, zwei faszinierende „Basaltpferde“. Es handelt sich dabei um ehemalige Förderschlote für flüssige Lava, die sich beim Erkalten zusammenzog und die typischen, eindrucksvollen Basaltsäulen ausbildete.

Nun heißt es, 500 Meter an der wenig befahrene Straße entlangzugehen. Danach bringen einen angenehme Forstwege binnen 2,5 Kilometern zum zauberhaften Hackelstein. Diese imposante Felsgruppe aus zwei eigenständigen Kolossen überragt kaum die umliegenden Baumkronen. Direkt am Hackelstein hat man einen wunderschönen Picknickplatz mit gemütlichen Sitzgruppen und Schutzhütten gestaltet. Der Zufall will es, dass zumindest für eine Viertelstunde die warme Sonne diesen Ort in ein strahlendes Licht taucht und die umliegenden Buchen im schönsten Goldgelb aufflammen lässt.

Der Rückweg verläuft schließlich wieder durch den ruhigen Wald über die inzwischen gut bekannten Forststraßen. Immer wieder geben rasch vorbeiziehende Wolkenlöcher die Sonne frei. Dann entstehen zauberhafte Lichtinseln im schattigen Tannenwald, lassen Äste von vereinzelten Laubbäumen leuchtend erstrahlen und zaubern silberne Säume an tiefdunkelgrünen Moosen, die sich im Unterholz wie ein bezaubernder Teppich über alles ausbreiten. Zwischen den hohen Tannenstämmen recken sich die nachwachsenden Buchenbäumchen dem Licht entgegen, und kleine, idyllische Bächlein fließen fast geräuschlos durch das gelblich-braune Gras – sie glitzern nur gelegentlich im Sonnenlicht, wenn das Wasser über eine kleine Felsstufe plätschert. So endet die rund 11 Kilometer lange Runde, die Höhenmeter und landschaftliche Schönheit in angenehmer Weise vereint.