Wanderung bei Hetzbach

Eine Tour vom monumentalen Sandstein-Viadukt über einen steilen Anstieg durch wechselnden Wald bis hin zum „Ebersberger Felsenmeer“.

Beim Wechsel aus der Rheinebene hinein in die dicht besiedelten Täler des Odenwalds ist ein deutlicher: Meistens ist die Durchfahrt auf 30 km/h beschränkt und ein Dorf folgt auf das nächste. Man kommt in der Ebene mit ihren vielen Schnellstrassen und Autobahnen schneller voran.

Doch schließlich ist Erbach und das Mossautal erreicht. Wie sich herausstellt, ist die Wanderung durch das Wildgehege-Tal ein breiter, befestigter Weg – eigentlich steht uns der Sinn mehr nach Pfaden. Was allerdings die Alternativtour dann auch nicht allzu sehr zu bieten hatte.

Wenige Kilometer weiter gibt es bei Hetzbach ein monumentales Eisenbahnviadukt (1880/1881 erbaut). Der Parkplatz liegt direkt darunter. Von hier läuft man zunächst etwa 300 Meter die Nebenstrasse bis nach Hetzbach entlang, biegt dann ab, unterquert die Eisenbahn und steigt langsam an. Ein betonierter Radweg begleitet das von weiten Wiesen geprägte Himbachel-Tal. Nach einem Kilometer beginnt links der Anstiegspfad. Rund 270 Höhenmeter geht es bergan, meist auf schmalem Weg durch wechselnden Wald, der Anfang April noch winterlich kahl ist.

Bei der kleinen Ansiedlung Gebhardshütte erreicht man den höchsten Punkt. Kurz geht es die Straße nach links entlang, bis ein Wanderschild mit der einzigen Rastbank Richtung Hüttenthal weist. Bald ist der höchste Punkt im lockeren Wald erreicht. Kurz geht es rechts, dann erreicht der Wanderpfad die Bergkante. Vor einem liegt, im Wald versteckt, eine Geländestufe, an der die Sandsteinfelsen nach unten hin abbrechen. Es sind kaum 10 Höhenmeter, aber der Begriff „Ebersberger Felsenmeer“ wirkt dadurch nicht so übertrieben, wenn man das gar nicht so weit entfernte „echte“ Felsenmeer bei Reichenbach kennt.

Nun, der Abstieg ist schnell erzählt: Immer auf breiten Forststrassen folgt man der Ausschilderung Richtung Hüttenthal. In einigen Serpentinen leiten sie einen wieder hinab ins Himbachel-Tal und zurück zum wirklich beeindruckenden Viadukt aus zahllosen Sandstein-Quadern.

10,5 km; 330 Hm