Nandus, Eremiten und das Guldenbachtal

Diese abwechslungsreiche Rundwanderung startet am Friedhof von Guldental und führt einen durch idyllische Bachtäler, zu exotischen Tieren und über aussichtsreiche Höhenzüge.

Die Wanderung beginnt am Parkplatz des Friedhofs in Guldental. Von hier aus führt der Weg zunächst hinein in den Ortskern. Man passiert die markante Dorfkirche, die das Ortsbild prägt, und überschreitet dann den Guldenbach. Der Weg leitet nun unmittelbar entlang des Guldenbachs. Dieser Abschnitt ist besonders reizvoll, da er gesäumt ist von zahlreichen Apfelbaumsorten. Informationstafeln unterstreichen die Arbeit des Pomologevereins, der sich um den Erhalt alter Apfel-, Pflaumen- und Birnenarten bemüht. Dem sanften Plätschern des Baches folgend, erreicht man schließlich die Zufahrt zum Campingplatz „Im Lindengrund“. Hier wartet eine kleine Überraschung: Auf dem Gelände sind Nandus zu Hause, die mit ihrem exotischen Erscheinungsbild einen Kontrast zur rheinhessischen Landschaft bilden.

Waldaufstieg zum Kammweg

Hinter dem Campingplatz ändert sich der Charakter der Tour. Der Weg führt nun weg vom Wasser und hinein in den kühlenden Wald. Es beginnt ein stetiger Aufstieg, der zunächst zu einer ersten Aussichtsbank führt – ein idealer Ort für eine kurze Verschnaufpause. Weiter geht es bergauf, tiefer in den Forst hinein, bis man schließlich den Waldrand am Kamm erreicht. Oben angekommen, belohnt der Weg mit einer flacheren Passage entlang der Kammhöhe. Das Highlight dieses Abschnitts ist zweifellos die Bank mit dem sogenannten „30-Dörfer-Blick“. Bei klarer Sicht schweift das Auge weit über die sanften Hügelketten und Täler der Nahe-Region, wobei man tatsächlich neben dem Niederwalddenkmal und der Rochuskirche bei Bingen dutzende Kirchtürme und Ortschaften in der Ferne ausmachen kann.

Das Geheimnis der Felsenkirche

Nachdem man das Panorama an der herrlichen Sitzbank genossen hast, führt der Pfad wieder, stellenweise steil, bergab in Richtung des bereiten Talgrundes. Man passiert die weitläufigen Gebäude der Diakonie (u.a. Wohnhilfe für Obdachlose), bevor man das kulturhistorisches Juwel erreicht: die Felsenkirche.

Die Kapelle wurde direkt in eine natürliche Felsnische hineingebaut. Ihr Ursprung liegt im Spätmittelalter (ca. 10. bis 11. Jahrhundert), wobei sie mehrfach erweitert wurde, 1567 jedoch durch einen Felssturz stark bechädigt wurde.

Ursprünglich diente sie als Rückzugsort für Gläubige und als Ort der Stille. Sie ist die einzige erhaltene Felsenkirche nördlich der Alpen. Über Jahrhunderte wurde die Klause von Einsiedlern bewohnt, die dort ein Leben in Gebet und Abgeschiedenheit führten. Der letzte Eremit starb an diesen Ort in der Mitte des 19. Jahrhunderts, womit eine lange Tradition der spirituellen Isolation endete.

Über den Kronenberg zur Vitaltour

Von der Felsenkirche aus führt die Route über den Guldenbach Richtung der gegenüberliegenden Talseite. Es steht nochmals ein großer Anstieg an: Es geht hinauf in die Weinberge am Kronenberg. Der Weg führt dich in weitem Bogen um ein Seitental herum, bis man auf die bekannte Vitaltour „Wald, Wein und Horizonte“ trifft. Hier lädt eine komfortable Liegebank dazu ein, die Beine auszustrecken und die weite Sicht über die Rebenlandschaft zu genießen. Obwohl die Vitaltour mit ihren vielen Aussichtspunkten noch kilometerweit durch die Weinberge lockt, ist an diesem kurzen Wintertage hier die Rundwanderung zu Ende.

Statt den Schlenkern der Vitaltour weiter zu folgen, wählt man nun den direkten Abstieg. Der Weg führt zügig durch die Weinhänge hinunter zurück zum Friedhof Guldental, wo diese vielseitige Runde endet.

Daten der Tour: Länge rund 10 km, ca. 200 Höhenmeter.

Die virtuelle Tour durch die Eremitage: https://my.mpskin.com/de/tour/3mn8z8pe7b Vitaltour Eremeitenpfad: https://www.bretzenheim.de/project/vitaltour-eremitenpfad/