Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, Reisen
  • Der Lysefjord mit Kjerag und Preikestolen

  • Die beiden Alternativrouten

  • 21km Singleroad nach Lysebotn

  • Es geht sofort steil bergauf

  • 700 m tiefer legt die nur zweimal täglich fahrende Fähre an

  • Rechts der Parkplatz, mittig Lysebotn und links der Fjord

  • Nach dem ersten Felsbuckel geht es in ein sumpfige Tal hinab

  • Aufstieg zum zweiten Zwischenanstieg

  • Querung zum letzten Aufstieg

  • Glatte Felsplatten führen hinauf zur Hochfläche am Kjerag

  • Die unmarkierte, selten begangene Strecke durch das Langental

  • Rechts der großen Schneewand geht es hinauf

  • Überall liegt noch viel Schnee dieses Jahr

  • Auch die Ränder des Plateaus fallen 900 m tief zum Fjord hin ab

  • Der Lysefjord - ein 60 km langes, wassergefülltes Tal

  • Basejumper am Anfang ihres rasanten 900m-Sturzes

  • Rückkehr über das öde Hochplateau

  • Tiefblick hinab nach Lysebotn

  • Steiler Abstieg entlang der Sicherungsketten

Zum berühmten Kjerag

Kaum ein Norwegenbesucher, der nicht dieses hundertausendfach abgelichtete Motiv kennt - die Wanderung dort hin ist aber anspruchsvoll.

Kommt man von Stavanger an der südwestlichen Küste zum Lysefjord,  so hat man gleich zwei berühmte Ziele zur Auswahl. Das weiter entfernte liegt am Ende des schnurgeraden Fjordes beim Dorf Lysebotn. Die Strasse 45 bringt einen über Byrkjedal nach Sinnes und dann weiter auf der RV 975.

Die 21 Kilometer vom Abzweig von der 975 bis zu dem Parkplatz 640 Meter über dem Lysefjord sind eine Schlängelroute durch das Hochland. Vorbei an abgeschliffenen Felsbuckeln und darin eingebetteten Seen geht es auf schmaler Singleroad kurvenreich entlang.

Unerwartet: der Parkplatz oberhalb von Lysebotn ist rappelvoll und hunderte Menschen wollen zum Kjerag.

Das mit einer hervorragenden Aussicht versehene Restaurant direkt am Abbruch hinab nach Lysebotn ist innen ein profaner Nutzbau, sieht aber von aussen beeindruckend aus.

Der erste Anstieg beginnt unmittelbar vom Parkplatz aus. Mit Ketten gesichert geht es über schräge Granitflächen bergauf.

Nach diesem ersten Anstieg verläuft der Weg oben kurz waagrecht und fällt dann wieder steil bergab in ein Tal (zwei Brücken). Gegenüber geht es wieder mit Ketten als Sicherung hinauf. Bis hier her hat man noch keinen Ausblick auf den Fjord.
Vorbei an zwei steilen Stellen, an denen man sich etwas hochhangeln muss, ist man dann oben auf dem zweiten Felsbuckel. Nochmals geht es bergab.

Wieder ist es steil mit einer sehr steilen Stelle kurz vor einem Bach, den man auf Felsen quert. Gegenüber geht es durch einen matschigen, steilen Hang hinauf zu einem Grat.

Alternativ kann man von hier aus auf der taleinwärts blickend rechten Seite ins Langendal gehen. Der Weg entlang des Baches ist nur vage zu sehen, aber man hält sich immer rechts dicht am Ufer entlang. Heute (Ende Juli) liegt noch sehr viel Schnee und es gibt grosse Schneefelder.

Nach einem Kilometer geht es an einem Wehr rechts in ein eingeschnittenes Felsental hinauf. Dieses Jahr kann man Ende Juli der "Rotes T" Markierung über ein Schneefeld weit hinauf folgen. Schließlich verlässt man das enger werdende Felstal rechts auf eine Felsstufe. Überall gibt es nun Markierungen, so dass man nicht fehl gehen kann (ausser im Nebel). Von dem leicht erhöhten Standort hat man Ausblick auf eine weite Hochfläche mit Hunderten liegen gebliebener Felsbrocken aus der Eiszeit.

Es geht kurz hinab, dann erblickt man den Fels, der eingeklemmt in einem Spalt sitzt. Sehr beeindruckend angesichts der 900 Meter senkrechten Absturz dahinter. Doch was so gefährlich aussieht, entpuppt sich als leichter als gedacht:
Der Zustieg zum Fels ist leicht von hinten möglich. Dennoch bleibt der letzte Schritt auf den abgerundeten Kopf eine Mutprobe, denn der Spalt unter dem Fels fällt ebenfalls 900 m senkrecht in die Tiefe. Der Gebirgsbach hat sich hier in einen Riss im Fels gefressen - nur der Felsblock blieb übrig als "Dach" über dem hinabstürzenden Wasser.

Rund um diese Attraktion gibt es etliche Stellen mit hervorragendem Blick hinunter zum Lysefjord. Und auf der kleinen Halbinsel unter dem Kjerag landen bisweilen Basejumper nach ihrem Flug in die Tiefe hinab.

Der Rückweg über die Hochebene ist recht eintönig. Die Felsoberfläche ist übersäht mit kleinen und großen Findlingen aus der Eiszeit. Rund zwei Kilometer dauert es, bis man im steilen, kettengesicherten Abstieg einen erneuten Blick auf den Fjord erhaschen kann. Dann geht es auf dem Herweg wieder zurück.

Durchaus ernster Wanderweg oberhalb der Baumgrenze über schräge Felsplatten, gutes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich.

Weglänge 12 km, Anstieg 750 Hm, größte Höhe 1069 m auf dem Kjerag