Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, Reisen
  • Auf der Mautstrasse im Grimsdal

  • Das Tal wird nach Westen eingerahmt von den Bergen der Rondane

  • In Trollevshaugen - ländliche Idylle zwischen alten Blockhütten, in die man sich einmieten kann

  • Manche der Häuser sind über 300 Jahre alt - innen aber modern ausgestattet

  • Vorheizen des heissen Wassers zum Baden

  • Die wirklich sehr niedrigen Wegweiser der beiden Rundwege

  • Der eindeutige PFad Richtung Streitkampen, der wie ein einzelner Zahn aus der Hochebene aufragt

  • Zwei Gemarkungen stoßen am Streitkampen aneinander, der ein erhebliches Eisenvorkommen in sich birgt

  • Die gesamte Landschaft ist überzogen von Rentierflechte

  • Am Gipfel des Streitkampen

  • Blick in das weite Tal hinab

  • Der schmale Naturlehrpfad Grimsdalsgruva

  • Ds Wetter wird immer unbeständiger

  • Hier wurde vulkanisches Schwefelerz geschürft - noch heute riecht es nach faulen Eiern

  • Ein weiteres Relikt des Bergbaus in dieser Gegend

  • Mannshoher Quarzitbrocken am Wegesrand

  • Eine der eiszeitlichen Fanggruben, die jedoch bis ins 17 Jahrhundert genutzt wurden

  • Am unteren Ende der Spalte, in der nach Erz gegraben wurde

  • Regen zieht übers Land - Blick zur Grimsdalkirke (Felskuppe)

  • Empfangskomitee am Hof Tollevshaugen

  • Endlich mal eine Abwechslung für die neugierigen Pferde

  • Der kulturhistorische Wanderweg - recht knapp oberhalb der Karte liegt der Streitkampen

Der Streitkampen im Gruvedalen

Eine sehr einsam gelegene Wanderung in einfachem Gelände mit Gipfelbesteigung und einem informativen Naturpfad im Osten Südnorwegens

Etwa 6 km südlich von Folldal auf der 27 biegt nach Westen der Grimsdalvegen ab. Diese Mautstrasse (80 NOK) führt ganz tief hinein ins Gebirge bis hinüber zum Ort Dovre südlich von Dombas.
Das Tal ist sehr breit und bietet vielen bäuerlichen Betrieben Platz für die Viehhaltung.

Nach etwa 9 km auf der unbefestigten, aber sehr gut zu fahrenden Strasse biegt rechts mit einen Hinweisschild der Weg zum Hof Tollevshaugen ab. Diese Sammlung sehr alter Holzhäuser liegt oberhalb des Tals am Hang.

Von hier aus gibt es zwei beschilderte Wanderwege mit erläuternden Tafeln. Der kürzere Weg führt in das Nedre Paradis (Paradisrunda). Der längere (8 km) heißt Guvelistigen (Grubenweg).

Der Parkplatz am Anfang der Häusergruppe faßt nur wenige Auto, aber die Wanderung ist mit Sicherheit auch ein Geheimtipp.

Schon die Fahrt durch das Grimsdalen lohnt die 80 NOK, denn nach Westen erheben sich die gewaltigen Berge der Rondane. Die Grimse dagegen schlängelt sich eher träge durch ihr weites Flussbett.

Der Wanderweg beginnt unmittelbar am Parkplatz an den Hütten (Schild mit Wanderkarten). Eine Erweiterung stellt die Besteigung des Steitkampen dar. Er liegt genau auf der Grenze zweier Regierungsbezirke und hat wahrscheinlich daher seinen Namen.

Dazu geht man den sehr niedrigen Wegmarkierungen folgend sofort rechts des Traktorwegs den Hang hinauf. Anfänglich kaum zu sehen wird der Weg bald zu einer schmalen Pfadspur. Die Markierungen sind jedoch unübersehbar. Nach wenigen Minuten lohnt ein Blick zurück auf die Häuser, dann geht es sanft weiter bergan. Die Landschaft sieht aus wie unter Schnee begraben. Doch sind es einfach nur riesige Mengen weißliche Flechten, die hier im Wettkampf mit bodendeckenden Weiden und Birken um das Licht kämpfen.

Der Aufstieg ist bald beendet und vor sich sieht man nun die recht steile Seite des Streitkampen. Er ragt nur etwa 100 m aus der Hochebene heraus, verlockt aber als Solitär in dieser weiten Landschaft zum Aufstieg.

Lange geht es an seinem Fuß vorbei. Der Boden ist nahezu vollflächig von Rentierflechte überdeckt, die nach Regen einen dichten, etwa 15 cm hohen Flor bildet, unter dem alles begraben liegt.

Dann sieht man deutlich die Wegspur, die in der kargen Landschaft nicht übersehen werden kann. Sie erklimmt die mildere Seite des Berges. Schon bald steht man über dem Meer aus Flechten und hat eine gute Aussicht in alle Richtungen. Nur im Norden versperrt die 300 m höhere Pikhetta den Blick zum Dovrefjell.

Der Abstieg erfolgt auf der anderen Seite über den langgestreckten Kamm. Nur langsam verliert man wieder Höhe. Nach etwa 2 km immer geradeaus erreicht man einen Traktorweg. Hier trifft man auf den ausgeschilderten Gruvelistigen, dem man nach rechts folgt. Er führt einen durch dass leicht hügelige Gelände bis zu der Stelle, an der im verlauf der letzten 200 Jahre immer wieder einmal versucht wurde, das an die Oberfläche tretende Erz abzubauen (Hinweistafel). Es riecht deutlich nach Schwefel. Das Erz hat bis zu 80% Schwefelgehalt!

Aufsteigend erreicht man bald einen Aussichtspunkt neben einem mannshohen, weißen Quarzbrocken. In der Ebene vor einem sieht man einen alten Förderturm. Der Lehrpfad allerdings lenkt nach dem Abstieg nach links und folgt der Höhenlinie. Vorbei an alten Fanggruben für Rentiere geht es im weiten Bogen durch eine herrliche, moosüberzogene Landschaft mit bizarren Krüppelbirken zurück zur Grube. An deren unteren Ende erreicht man die zerfallenen Reste des ehemaligen Schmelzofens, in dem das Gestein geröstet wurde (Infotafel). An den Mauern vorbei geht es steil bergab in eine Senke, die recht feucht ist. Nachdem man den niedrigen Wald hinter sich gelassen hat, geht es auf einem holprigen Erdweg Richung einer Felskuppe, die als Grimsdal-Kirche bezeichnet wird. Wohl, weil man von hier wie von einer Kanzel das gesamte Tal überblicken kann.

Bald nach diesem Abstecher erreicht man wieder die kleine Sammlung alter Häuser und damit den Ausgangspunkt der Wanderung.

Die Wegstrecke beträgt etwa 16,5 km bei moderaten 380 Hm.