Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, Reisen
  • Morgenlicht am Nachtplatz

  • Auf der traumhaften Küstenstrasse RV17

  • Der Arbeitsweg der Staudamm-Bauer - heute ein faszinierender Aufstieg

  • Der luftige Einstieg in die lange Treppe

  • Steil hinunter, steil hinauf immer ein, zwei Meter über der Vegetation

  • Am oberen Ende der langen Treppe, dahinter die ehemalige Materialseilbahn

  • Der große Stausee, Süßwasserspeicher für eine ganze Region

  • Blick zum Gletscher Svartisen (Schwarzes Eis)

  • Blick hinunter zum Glomfjord und Fylkanvatnet, dazwischen die Strasse RV17

  • Blick hinab zum Parkplatz

  • Ganz unten die Brücke zurück zum Parkplatz

  • Auf dem Fylkanfjell

Die sehr lange Treppe am Glomford - Fylkanfjell

Der Morgen beginnt mit über 21 Grad und leichter Bewölkung. Zurück vom Nachtplatz durch den einspurigen Tunnel auf die RV17 und dann weiter nach Süden. Die Küstenstraße macht ihrem Namen Ehre und führt oft ganz außen am Nordatlantik entlang. Bei Grimstad gibt es neben einem COOP eine Wasserzapfstelle mit langem Schlauch.

Mit Einfahrt in den Glomfjord erkennt man gegenüber auf über 1100 m Höhe die kärglichen Reste der Ausläufer des Svartisengletscher. Eine gewaltige Wand aus glattgeschliffenem Fels begleitet einen bis nach Glommen.

Dort beginnt der 2 Kilometer lange Fykantunnel. Unmittelbar nach seinem Ende und vor dem Beginn des noch längeren Svartisentunnel (7,6 km) biegt links ein Betriebsweg ab. Er umrundet das Trinkwasserbecken des Flykanvatnet. Am gegenüber liegenden Ende biegt kurz vor einem Tunnel links eine Stichstrasse ab. Sie endet nach 100 m auf einem großen Parkplatz direkt neben einer kleinen Seilbahnstation. Die ist allerdings nur für Betriebsfahrten gedacht und abgeschlossen.

Doch in der Steilwand gegenüber erkennt man schon die Treppenkonstruktion, die sich 300 m weit bis zur Bergstation hinauf zieht. Der Wanderweg passiert die Talstation. Wenige Meter weiter überquert man den rauschenden Bach in einer Felsschlucht. Die Swingbridge überspannt das schäumende Wasser und leitet hinüber zu einem schmalen Pfad, der sich durch die üppig mit Blumen, Gräsern und Kräutern bewachsene Talwand hinauf schlängelt. Doch bereits nach etwa 40 Höhenmetern und 10 Minuten Anstieg steht man an dem unteren Ende des alten Arbeiterweges. Bevor es die Seilbahn gab, gingen hier entlang die Arbeiter zur Baustelle "Staumauer" hinauf.

Sehr steil beginnt der bestens abgesicherte Treppenweg. Links und rechts sichert eine Kette den Weg, die gleichzeitig auch willkommene Hilfe beim Hinaufziehen ist.

Um die Ecke herum geht es eine lange Treppe immer gerade aus hinauf. Dann folgt ein kurzer Quergang mit schaurigem Tiefblicke hinab auf den Flykanvatnet (92m). Insgesamt ist der Blick nun schon recht umfassend.

Die letzten 600 Stufen geht es dann (im Sommer) auf hohen Stelzen immer gerade aus bergauf. Unter der dichten Pflanzendecke ist kaum zu erkennen, wie steil es tatsächlich ist.

Oben knickt der Weg in die Waagrechte ab - im Winter gewiss der Zeitpunkt, ab dem man mit Sicherheit wieder im Schnee läuft.

Noch ein letzter Aufschwung hinauf zu der Bergstation. Ab hier folgt man dem alten Schienenstrang, der Richtung Staumauer führt. Etwa 50 m nach dem Geräteschuppen biegt links ein unscheinbarer Pfad ab (Markierung mit orangen Stab) - den kommt man später wieder zurück.

Eben folgt man dem Gleisbett, überquert zweimal auf kleinen Brücken Geländeeinbuchtungen und steht schließlich an der Staumauer. Weit dehnt sich der Nedere Navarvatnet (465 m) vor einem aus.

Links neben dem Betriebsgebäude führt eine schmale Pfadspur am rechten Felsrand eines kleinen Stausees entlang. Die Spur ist nur recht dünn und man muss aufmerksam sein. Bei schlechter Sicht oder im Winter hat man keine Chance, der Spur zu folgen.

Bis zu zwei sehr beeindruckenden Gletschermühlen ist der Weg noch halbwegs zu sehen. Doch nach dieser "Sehenswürdigkeit" werden Pfad und Landschaft eins.

Wer will, kann nun die Wanderung weglos noch fortsetzen (nur bei guter Sicht!). Der Wanderweg um den See herum zum Oberen See ist bereits nach wenigen Hundert Metern nicht mehr zu sehen (im Sommer, zu anderen Jahreszeiten mag es anders aussehen und bei Schnee muß man sowieso nicht so darauf achten, wo man entlang geht). So geht man in etwa 20-30 Meter über dem Stausee bis zu einen deutlich erkennbaren, größeren Bach. Die steil abfallenden Felswände kann man nur schwer passieren, obwohl der Bach nicht allzu breit ist.

An dieser Stelle kann man nun im rechten Winkel den kahlen Berghang besteigen. Die Steigung ist nicht allzu groß. Je nach Witterung kann man die rundgeschliffenen Felsbuckel oder lieber die kleinen Täler dazwischen für den Aufstieg nutzen. Man kann in etwa die höchste Erhebung (736 m) der über sich sichtbaren Kammlinie anpeilen und dann merklich links davon bleiben. Die Aussicht wird mit jedem Schritt weiter hinauf immer beeindruckender.  

Immer wieder müssen sumpfige Stellen umgangen werden. Doch dann steht man oben am Kamm und hat einen herrlichen Blick auf der anderen Seite hinab auf den vom Gletscherwasser grün gefärbten Glomfjord und den Flykanvatnet. Und darüber die vergletscherte Middagstuva mit 1236 m Höhe. Gewaltig die von der Eiszeit herausgefräste Steilwand darunter.

Jetzt wird es etwas knifflig. Die alten Wegmarkierungen sind umgefallen und nur noch schwer zu finden. Unterhalb der ebenen Kammlinie gibt es einen grünen Sims (wenn man zu weit oben heraus gekommen ist, etwas bergab gehen. Diese breite, ebene Geländestufe liegt etwa 30 Höhenmeter unterhalb der Kammlinie. Auf halber Länge kommt ein Weg von einer Umspannstation heraus, der mit Eisenstangen und Seil gesichert ist. Ihn muß man finden und dorthin absteigen (etwa auf 700 m Höhe direkt über dem Flykanvatnet.

Der schmale Pfad ist mit Stahlstangen markiert, die aber im Sommer in der üppigen Vegetation untergehen. So ist man froh, dass wohl doch ab und zu jemand den einsamen Weg nutzt. Er führt in der Steilwand oberhalb des Sees entlang und erlaubt hervorragende Tief- und Weitblicke. Geschickt windet er sich den Hang entlang bis zu einer kleinen Nase. Hier erblickt man dann schon die Bergstation, bis zu der es nicht mehr weit ist. Zuletzt recht steil gelangt man auf diese Weise schnell wieder zurück ans obere Ende des Treppenwegs.

590 Höhenmeter, 7-8 km, ca. 2,5 Std.

Nachtplatz am Storglomvatnet auf dem Fylkanjell mit Blick auf einen Ausschnitt des Svatisen.