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Der Schattenberg-Kamm am Nebelhorn

Im Anfangsbereich stark exponierte Wanderung über sehr schräge Wiesenhänge an einem Grat entlang, später mühseliges Kraxeln durch Latschenkieferbestände. Aber dennoch wegen der Großartigkeit der Landschaft und der sehr großen Einsamkeit im Vergleich zum Kamm am Nebenhorn sehr schöne Wanderung. Absolut lohnend, aber lange Gratüberschreitung mit langem Abstieg.

Mit der Nebelhorn Seilbahn fährt man für 24 EUR/Person nach Höfartsblick hinauf (An Wochenenden und im Sommer mit viel Wartezeit!). Von dort geht es sehr bequem über breite Wege zum Zeigerpass. Hier kann man noch wenige Meter auf breiterem Kamm hinaus laufen, um einen Blick auf die beiden Seilbahnstationen und das Nebelhrn zu erhaschen. Danach wir der Weg schnell sehr schmal und führt über den haarscharfen Höfats-Grat. im nahezu weglosen Wiesengelände ist gutes Stehvermögen und Schwindelfreiheit absolut erforderlich! 

Es geht über die beiden grasbewachsenen Hüttenköpfe (1940 m und 1930 m) und dann in einem Grashang zu einem kleinen Sattel hinunter. Ab da ändert sich der Charakter, denn es gibt mehr steinige Wegstellen wie zuvor. Lustiges Gesteige immer entlang des Grates oder knapp darunter. Nach einer Senke erreicht man das Kreuz auf dem Seeköpfle (1920 m). Die ganze Zeit hat man eine schöne Aussicht auf Gaisalphorn und Rubihorn, darüber Nebelhorn und Grosser Daumen. Auf der anderen Seite liegt weit unten der Seealpsee, darüber Höfats (2259 m), Krottenspitze und Faulewand-Spitzen.

Vom Seeköpfle geht es über etliche steile Grashänge und felsige Steilstufen weiter und von kurzen Sätteln unterbrochen weiter bergab. Immer wieder gibt es auch kurze Gegenanstiege und leider auch immer häufiger Krüppelkiefern bzw. Latschenkiefern, durch die das Weiterkommen erschwert wird.

Schließlich, nach einem kurzen Gegenanstieg auf eine Felsbuckel direkt über der Seealpe-Mittelstation, geht es endgültig durch Latschenkiefer-Dickicht. Der Weg ist gut zu sehen nun, denn es gibt nur einen herausgeschnittenen Weg durch die an sich unpassierbare grüne Wand.

Nach anstrengendem Gekraxel steht man schließlich mit Blick auf Oberstdorf noch ein ganzes Stück über dem Kreuz des Schattenbergs (1692 m). Hier erkennt man gut, dass es noch ein gutes Stück Weg wieder hinab ist, während an geeigneten Tagen Dutzende von Paragleitern im Tal der Seilbahn ihre Kreise in der Thermik drehen.

Ab dem Kreuz ist der Weg durch Latschen frei geschnitten. Steil geht es hinab bis der Wald erreicht ist. Doch auch hier leitet der Pfad weiter steil bergab bis zur Aussichtskanzel (etwa 1400 m). Danach folgt der langer Abstieg im Hochwald bis zu einer deutlichen Wegbiegung nach rechts. Ab hier nun ist der Waldpfad weniger steil, aber sehr von Wurzeln durchzogen. Der Weg bleibt schmal bis fast nach Oberstdorf zurück. Zuguterletzt tritt man aus dem Wald auf große Wiese in der Nähe der Sprungschanzen. Der letzter Abstieg bis zur Talstation dauert dann noch etwa 15 Min.

Tourdaten: 350 m Aufstieg, 1350 m Abstieg, ca. 5 Stunden