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Wanderung durch die Bletterbach-Schlucht

Es gibt zwei Ausgangspunkte für diese Wanderung in die Bletterbachschlucht: Aldein und Oberradein (Zirmerhof). Man kann auch am grossen Parkplatz vor dem Dorf parken. So oder so wird man die Schilder „Eintritt und Helmpflicht“ kaum umgehen können. Das war vor wenigen Jahren noch anders.

Vorbei am Niggelhof gelangt man hinauf zum Waldrand, wo einen der Weg 7 nach links mitnimmt. Bald kommt man an einem Hof vorbei und das Schild „Bletterbachschlucht“ leitet einen auf eine Forststrasse, die zunächst eben nach Nordosten führt, bald aber an Höhe verliert. Nach einem Linksknick - gut beschildert - wird der Weg bald steiler und führt als breiter, geschotterter Pfad in die Schlucht hinunter. An einer kleinen Brücke wandelt der Weg sich in einen Pfad, der schmal und uneben nun eindeutig in der Steilwand der Schlucht entführt. Zuletzt über eine Treppe und vorbei an einem dunklen Eck über einen Gittersteg erreicht man den Talboden. Diese Stelle, Taubenleck genannt, ist gewiss eine der schönsten in der ganzen Schlucht. Rote Sandsteinfelsen ragen senkrecht empor, rahmen den wild mit Steinen übersähten Talboden ein. Darüber der dichte Wald, der an sonnigen Tagen seine Wipfel ins Blau des Himmels streckt.

Man kann der Schlucht talwärts noch einige Windungen folgen (von rechts kleiner Wasserfall), wird aber schließlich von einer Steilstufe gestoppt.

Talaufwärts durchschreitet man zunächst eine Engstelle. Hier muß im Frühjahr oder bei einem heftigen Gewitter das Wasser des ansonsten kleinen Baches hindurch schießen. Vorbei an einem kleinen Wasserfall erreicht man die zwei großen „Kurven“ im Tal, die senkrechten Amphitheratern gleich Reihe über Reihe waagrechte Gesteinsschichten übereinanderstapeln. Die Vielzahl der

Steine im Bachbett, die Vielfalt der Farben in den einzelnen Schichten und die schiere Höhe sind beeindruckend. Um die letzte Kurve herum erreicht man das „Butterloch“. Hier stürzt das Wasser über zwei große Steilstufen gut 25 Meter in die Tiefe. Die vor etlichen Jahren bei einem Erdrutsch stark beschädigte Treppe hinauf zum oberen Wasserfallanfang ist vollständig entfernt worden. Statt dessen muß man etwa 200 m weit zurück gehen, um dann auf der rechten Seite (in Fließrichtung) sehr steil aufzusteigen. Der Weg ist meisterlich in eine der wenigen Stellen der Schlucht gebaut, an denen man überhaupt irgendwie den Felswänden entfliehen kann. In etlichen Serpentinen und hart am Rand der Schlucht steigt der Weg weiter hinauf. An einer Aussichtsplattform hat man nochmals einen guten Blick zum Wasserfall. Nur noch etwas höher trifft man auf eine Forststrasse. Links hinunter käme man bald nach Aldein und das Besucherzentrum. Rechts recht steil bergauf erreicht man bald eine kleine Quelle. Hier geht es nun erneut wieder bergab. Durch den Wald absteigend erreicht man bald einen steilen Abstieg, der zuletzt über eine Leiter hinab zum Talboden führt. Nun rechts über das steinige Felsbett etwa 50 m bis zum oberen Ende des Wasserfalls. Toller Tiefblick hinab in die Schlucht und hinauf zu den brüchigen Kanten der Felswände.

Vom Rand des Wasserfalls aus kann man nun weiter dem Bachbett folgen, was durchaus eine ruppige Angelegenheit ist. Etwa 600 Meter weiter quert der Gorzsteig die Schlucht. Man kann ihm nach rechts steil bergauf folgen. Oder man geht noch etwa 300 m weiter durch das nun einsamere und noch felsigere Bachbett bergauf. Kurz bevor sich zwei Seitentäler treffen ist rechts ein Hinweisschild zu einem „Sammelpunkt“ oberhalb der Schucht. Diesen Punkt sollte man sich merken, kann aber auch noch etwas weiter gehen. Steil ragt nun das Weißhorn vor einem auf mit seinem bunten Sockel, der viele waagrecht gelagerte Gesteinsschichten aufweist....jede steht für einen Zeitraum von Tausenden Jahren vergleichsweise und veränderter Umweltverhältnisse.

Zurück am Sammelpunkt geht es fast eben aus dem Tal heraus. Der nur einen Fuß breite Pfad leitet an einem exponiert stehenden Anstand vorbei durch den steilen Hangwald hinauf zum Gorzsteig. Noch etwa 50 Höhenmeter müssen auf dem nun wieder breiten Weg überwunden werden. Oben steht ein Hinweisschild „Nigglhof, 30 Minuten“. Und tatsächlich führt der stellenweise traumhaft schöne Weg über saftige Wiesen und durch alte Zirbenbeständen hindurch zurück zum Nigglhof (zuletzt Weg 7). 11 km, 520 Hm Anstieg