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Besteigung des Mondoto

Keine herausfordernde Tour, aber ein hervorragender Aussichtspunkt über dem gewaltigen Einschnitt des Anisclo-Canyon. Beeindruckender ist kaum ein anderer Platz, steht man am Gipfel doch unmittelbar am fast 1000 m hohen Steilabbruch.

Die Tour ist nur 8 km lang und die 630 Höhenmeter verteilen sich angenehm auf die gesamte Strecke.

Ausgangspunkt für diese Wanderung ist das kleine Bergdorf Neri. Ein großer Hauptparkplatz deutet an, dass von hier viele Wanderer ihre Touren starten. Hier ist auch die Haltestelle, von der aus ein Bus die Wanderer in das Nationalparkgebiet des Monte Perdido bringt. An dem Parkplatz vorbei noch etwa 500 m weiter und merklich ein Stück höher kann man neben dem Sendemast unmittelbar am Wärterhäuschen parken. Allerdings nur etwa 6 Stellplätze. Bereits hier schon ein schöner Blick auf Neri.

Der Wanderweg auf den Mondoto beginnt unmittelbar oberhalb des Wächterhäuschen und steigt mit gelben und blauen Markierungen den Hang rechts der in den Naturpark führenden Schotterpiste an. Je nach Jahreszeit kann der ganze Hang durchsetzt sein vom blühenden Stechginster, der in dicken Polstern zwischen einigen Büschen und wenigen Bäumen wächst.

Der Weg ist, folgt man einigermaßen aufmerksam den Farbmarkierungen, nicht zu verpassen. Zunächst noch recht steil mit wenigen Serpentinen wird er bald moderater. Stetig leitet er nach Westen und weiter nach oben. Der Untergrund ist meist plattig oder weist die typischen Oberflächenstrukturen einer Karrenlandschaft auf. Der Kalkstein des Gebirges verwittert auf seine charakteristische Weise.

An einem meist ausgetrockneten, tief eingekerbten Bachbett wendet sich der Weg in Richtung Sattel zwischen dem Pic Mondoto (1957 m) und dem 1890 m hohen Bozuelo, der tatsächlich nichts mehr ist wie ein runder Buckel. Nach einigen Hundert Metern steigt man über eine Wiese mit etlichen Lilien (jahreszeitabhängig) bis in den Sattel hinein. Rechts führt nun die blaue Markierung hinauf auf den sanft gewölbten Buckel des Pic Mondoto. Zwischen Karrenkalk geht es über einen Wiesenweg noch etwa 15 Minuten hinauf bis zum Gipfel (Steinmannerl). Unmittelbar danach folgt der Tiefblick über die senkrechten Abstürze des Mondoto in den Anisclo-Canyon. Fast 1000 m tiefer rauscht das Wasser des Rio Bello dort unten bergab.

Im Hintergrund beherrscht die Gipfelgruppe des Monte Perdido (3355 m) den Horizont. Wie steinerne Wellenberge erheben sich die vielgeschichteten Bergriesen über die sanften grünen Wiesen der Hochflächen rund um den Canyon. Gegenüber erhebt sich die Alto Sestrale bis auf über 2060 m Höhe und bildet den gezackten anderen Rand der Schlucht.

Geier gleiten im warmen Aufwind an den Wänden entlang und gewinnen vor allem am Vormittag in der Thermik rasch an Höhe.

Der Rückweg erfolgt leicht rechts des Hauptgipfels über einen Wiesenpfad, der einen zurück in den Sattel leitet. Von dort gleicher Rückweg.