Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, Reisen

Berdorf-Runde (LUX)

Neben den Rundwanderungen bei Ernzen und Beaufort ist die Felsenrunde um Berdorf das Highlight der Kleinen Luxemburger Schweiz. Diese Wanderbeschreibung modifiziert die übliche Runde entlang des Sandstein-Plateaus.

Kurz vor dem Ortseingang von Berdorf ,auf der Strasse von Consdorf herauf, liegt links ein großer Parkplatz. Er ist auch der Zugang zum weithin sichtbaren Wasserturm (Aquatower), den man besuchen kann.

Diese Wanderbeschreibung entspricht nicht der üblichen Runde, verbindet jedoch fast alle Sehenswürdigkeiten miteinander!

Vom Parkplatz aus folgt man der Landstrasse ins Dorf hinein. Der ersten rechts abzweigenden Strasse folgt man bergab. Sie endet an einem weiteren, kleinen Parkplatz. Links daneben verschwindet der Wanderweg B11 im Wald. Es geht zunächst Richtung Hohllay.
Sofort umfängt einen die schöne Atmosphäre der felsigen Bachtäler hier in der Echternacher Schweiz. Sanft folgt der schmale Pfad dem Bachbett des Aesbech bergab. Bald werden die Wände seitwärts höher und Felsen treten deutlich zu Tage im üppig wachsenden Buchenwald.

Nach knapp einem Kilometer im Tal erreicht man den Abzweig nach links zum Hohllay. Der Hohle Fels liegt zwar etwa 25 m über dem Bachweg, aber dieser kurze Aufstieg lohnt auf jeden Fall. Die große Halle mit den zwei mageren Stützpfeilern entstand künstlich. Lange Zeit wurden hier Mühlräder aus dem Sandstein gebrochen. Es lohnt sich, auch die paar Treppenstufen bergauf zu gehen bis zu einer zweiten Kammer.

Dann geht es wieder zurück auf den Weg. Ein weiterer Kilometer folgt nun der Weg dem Mullertal-Trail Richtung Perecop. Die ausgewaschenen, abgerundeten Felsgestalten bleiben ständige Begleiter bei dieser Wanderung.
Das Perecop ist eine enge Felsspalte unmittelbar an der Strasse von Echternach herauf. Man kann bequem unter dem überragenden Fels parken. Der Aufstieg in der schmalen, zuletzt steilen und vor allem dunklen Spalte ist kurz, aber nicht ohne. Oben sind es nur wenige Schritte links hinauf zu der Aussichtskanzel. Man blickt vom überhängenden Fels direkt auf die Strasse hinab.
Der Rückweg erfolgt über einen bequemeren Treppenweg wieder hinab.

Etwa 50 m die Strasse bergauf zweigt rechts das Tal des Halsbaach ab. Dem schmalen, aber deutlichen Pfad folgen wir hinein in dieses wenig begangene Bachtal. Bald schon dominieren auch hier die Felswände. Sie rücken schließlich immer näher und engen das Tal ein, so dass an einer Stelle Bachbett und Weg miteinander verschmelzen. Hier kann es bei starkem Regen eventuell schwierig werden, auf die andere Seite des Tals zu gelangen. Normalerweise ist das jedoch mit festem Schuhwerk eine leicht zu bewältigende Stelle.

Der schmale Weg leitet am Talgrund entlang immer weiter hinauf bis eine deutlich sichtbare Brücke erreicht ist. Achtung: Die GPX-Datei zeigt eine Variante, bei der man nun oberhalb der Schlucht eben Richtung Süden läuft, dann aber etwa 50 m quer durch den Wald zu dem Feldweg gehen muß.
An der Brücke vorbei geht es hinauf zu einer betonierten Strasse, der man nach links Richtung Berdorf folgt. Im breiten Wiesengrund geht es einen Kilometer lang langsam nach Berdorf.
Dort trifft man auf die Rue de Echternach, läuft aber alsbald rechts und sogleich wieder links.
An den Aussenbezirken des Dorfes entlang geht es zum großen Campingplatz. Am Ende der Strasse (Wendehammer) leitet der Weg durch Wald hinab zu den Felsen Heroldt, Totenkammer, Teufelsinsel und Räuberhöhle. Dieses recht kurze Stück Felskante wird ganz schön anstrengend, denn es geht ununterbrochen über schmale Treppen auf und ab, durch schmale Felsspalten und in der Totenkammer sogar durch eine kleine Höhle. Am spannensten wird es an der Räuberhöhle, denn hier steigt man über zwei steile Leitern in den Fels hinab. Unten ist es ziemlich dunkel, eine Taschenlampe schadet nicht. Und die Engstelle, bei der man sich ziemlich klein machen muss, ist auch nicht Jedermanns Sache. Kinder werden begeistert sein.

Von nun an folgen wahrlich beeindruckende Wände, an deren senkrechter Flucht große, hoch aufragende Buchen stehen. 900 m weiter und um etliche Eindrücke reicher erreicht man den Predigtstuhl, einen Fels, der wuchtig über der Strasse steht und in sie hinein ragt.
In 2019 war der Durchgang gesperrt wegen Umbaumaßnahmen und man muß 300 m Richtung Berdorf laufen, um dort die Strasse zu überqueren.
Gegenüber geht es wieder zurück zum Wanderweg, der zunächst sanft nach unten leitet. Dann folgen wieder einige imposante Wände und Schluchten. Schließlich erreicht man eine Stelle, an der es auf einem hölzernen Steg durch eine Felsspalte geht. Danach trennt sich der Weg. Im weiteren folgen knapp 2 km weiter einige miteinander verbundene Höhlen (Kriechgang) und schließlich Mullerthal.

Doch hier muß man aufsteigen aus dem Felsenlabyrinth. Bald lässt man den dichten Wald, der die ganze Wanderung begleitet hat, hinter sich und geht noch etwa einen Kilometer über offene Feldlandschaft, bis man nach einem kurzen Stück Wald wieder zurück ist am Ausgangspunkt.

400 Hm, 17 km