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Auf den Stemshest bei Molde

Eigentlich ist der Stemshest (532 m) nur der Aussichtsberg zu der eigentlichen Sehenswürdigkeit: der Atlanterhavsvegen. Eine Strasse, die wirklich zwischen Meer und Land liegt.

Etwas ungewöhnlich: der Tag beginnt sehr sonnig und mit einem fast markelos blauen Himmel.

Schnell ist man von Süden kommend von Andalsnes bei der Fähre in Afarnes. Sie bringt einen für 108 NOK nach Sölsnes. Noch 10km weiter und man unterquert den Fannefjord vor Molde im gleichnamigen, tiefen Tunnel. Statt in die Stadt zu fahren, geht es gleich weiter auf der 64 Richtung ATLANTERHAVSVEGEN. Dieses aussergewöhnliche Stück Strasse wird bereits frühzeitig angekündigt.

Nach den Tagen im Gebirge, wo Berge schnell die 1.300 m Höhe überspringen, muten die Berge fast schon wie Hügel an. Hier am äußeren Ende Norwegens in Richtung Atlantik wird die Landschaft lieblich und deutlich tritt die Landwirtschaft hervor.

Der Atlantikweg (Atlanterhavsvegen) ist eine Strasse, die über mehrere Brücken und Dämme einige kleine Felsinseln miteinander verbindet und so einen großen Umweg auf dem Weg nach Kristiansund erspart. Das aussergewöhnlichste ist eine in sich gebogene Brücke, die fast aussieht, als sei sie verbogen.

Etwa 10 km südlich in der Streusiedlung Skotten ragen drei Berge auf. Einer davon trägt zwei weithin sichtbare Funktürme. Es gibt keinen besseren Aussichtspunkt.

Der Start zur Wanderung ist nicht ganz einfach zu finden. An der 663 zwischen Austheim und Sandvika biegt vor dem steil aufragenden Berg eine schmale Strasse nach Süden ab. Sie führt zu einem Schießstand (Wegweiser an der Strasse).

Man folgt zu Fuß der abgesperrten Schotterstrasse, die bald steiler wird und unwegsam. Immer steiler geht es entweder den Serpentinen folgend oder aber einem Erdpfad entlang hinauf. Vorbei an einem kleinen Wasserfall mit Bank erreicht man einen Wegabzweig. Hier kann man sich entscheiden, ob man vorbei an dem Karsee Skottenvatnet hinauf zu dem 768 m hohen Melen wandert oder rechts auf einen sumpfigen Wanderpfad abbiegt zu den beiden Gipfeln Stemshest (532 m) und Sjurvaden (667 m).
Wer viel Zeit und Kraft hat, kann auch ganz hervorragend einen Rundtour machen: Zunächst weiter zum Melen hinauf, der nach drei Seiten mit Steilwänden abbricht, aber auf der westlichen Seite einen Grasbuckel trägt. Dann über einen langen Kamm weiter zum Sjurvaden und schließlich hinüber zum Stemshest.

Der einfachere Weg geht hinauf zum Stemshest, der eindeutig auch die spektakulärste Aussicht hat. Doch zunächst muß man, großen Stangen folgend, etwa 300 Höhenmeter aufsteigen. Anfänglich wird man noch von niedrigen Birken begleitet, doch bald schon ist man oberhalb der Baumgrenze. Der Weg ist sehr feucht und überquert mehrere kleine Moore. Selbst an den steilsten Stellen ist es nach Regen noch Tage danach sehr feucht. Doch schließlich erreicht man den felsigen Aufbau des Stemshest. Links liegt der 130 m höhere Sjurvaden, den man über einen Kamm besteigen kann.

Der Weg endet an der Felsnase, die Skotten 500m überragt. Die zwei Funktürme wirken deplatziert, die Aussicht dagegen ist fantastisch. Unter einem liegt das flache Land, das nur um wenige Meter das Meer überragt. Und etwa 9 km entfernt folgt der Atlantikweg einer Schlangenlinie. Auch nach Süden geht weit der Blick. Im Inland sieht man die Berge bis zum Romsdal und dem Dovrefjell aufsteigen. Wobei für diesen Blick der Melen der bessere Punkt ist.

Der Abstieg folgt dem Aufstieg.

Wegstrecke ca.. 9 km, etwa 3 Std Wanderzeit und 500m Aufstieg