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Asserrador zum Roque Nublo

Der bekannteste Berggipfel Gran Canarias einmal über eine wenig begangenen Weg besteigen ist das Ziel dieser Wanderung. Aus einer wild zerklüfteten Felswelt geht es in ein Trockental mit lockerem Kiefernwald und nach Umrundung des Nueblo hinauf zum allgegenwärtigen Roque Nublo.

Die Fahrt in die Berge dauert von fast überall recht lange, muß die Strasse doch nicht nur viele Dörfer miteinander verbinden, sondern auch stets 1.000 – 1.300 m Höhendifferenz überwinden. Die Kurverei ist schon ziemlich nervig, obwohl der Strassenzustand keine Klagen aufkommen lässt.

Der Sattel von Asserrador liegt westlich von Ayacata und ein gutes Stück unterhalb des üblichen, kürzesten Weges hinauf zum Wolkenfelsen.
Man parkt an einem kleinen Wartehäuschen. Gegenüber steigt der Weg S70 sogleich an und verwandelt sich nach 100 m Zufahrtsstrasse zu einem Wasserreservoir zu einem sehr gepflegten Wanderweg. Der streckenweise sogar gepflasterte Weg durchquert die felsige Stufe unter den gewaltigen, skurril geformten Felsbergrücken. Man kann sich regelrecht vorstellen, welche vulkanischen Kräfte hier gewirkt haben angesichts der rot gebrannten Felswände.

Nach einer ersten Stufe sieht man alsbald ein Wasserreservoir, in dem im Sommer laustark die Frösche quaken. Sanft geht es in eine Senke und dann wieder berghoch. Oft mit niedrigem Mäuerchen eingerahmt führt der Wanderweg durch einen Talboden und steigt dann über Felsen an. Nun erblickt man das erste Mal oben den markanten Felsen auf der langen Felsebene über sich. Doch zunächst schwenkt der Weg nach Norden, steigt in einem Kiefernwald immer weiter an und erreicht schließlich einen Abzweig (kurz zuvor guter Blick Richtung Teneriffa und Teide).
Hier könnte man nun recht schnell hinauf zum Nublo aufsteigen. Doch die Umrundung unterhalb hat durchaus ihren Reiz und verlangt dem Wanderer nicht viel ab. Also geht es gerade weiter. Man bleibt im offenen Kiefernwald und steigt im sanften Auf und Ab um den monolithischen Felsklotz herum. Erst zuletzt geht es bergauf. Hier trifft man auf den Herweg vom oft randvollen Parkplatz an der GC-600. Weiter im Wald steigt man hinauf bis zu einem Pass. Nun sind es nur noch zwei Felsstufen im fast pflanzenlosen Lavafels, dann steht man auf der beeindruckend grossen Hochfläche des Roque Nublo. Die Dimensionen würden sich verschieben, gäbe es nicht die vielen Menschen, die einen Größenvergleich ermöglichen. So erkennt man die gewaltige Grösse dieses ehemaligen Vulkanschlots, der das Ende der ebenen Aschefläche bildet.

Nach dem Besuch des Gipfelplateus mit tollem Rundblick zum Pico de las Nieves und dann weiter nach Osten und Norden über die ganze Küste geht es zurück zum Abzweig auf dem kleinen Pass und nun rechts mit S70 bergab. Nach knapp einem Kilometer ist der Abzweig erreicht, den man beim Aufstieg passierte. Es geht ab hier auf dem gleichen Weg zurück, der dennoch nochmals andere Blicke zulässt, hat sich doch mittlerweile der Sonnenstand verändert. Während der trockenen Jahreszeit kann man sich kaum vorstellen, dass in den trockenen Bachbette auch mal Wasser fließt, glüht doch der dunkle Fels unter der gnadenlosen Sonne eher jeden Tropfen rasch weg.
Wer mag, kann im Wasserreservoir ein erfrischendes Bad nehmen und den Fröschen kurz Gesellschaft leisten.
8 km, ca. 430 Hm